Rebsorten

Die Rebsorte ist entscheidend für die Stilistik eines Weines. Aus diesem Grund möchte ich Dir diese etwas näher bringen.

HEIDA

Die Rebsorte Heida ist eine typische Walliser Weissweinsorte. Visperterminen ist dabei der Ursprungsort der Sorte im Wallis – hier gedeiht der Heida zwischen Visp und Visperterminen zwischen 650 und 1150 M.ü.M. Die Kellerei St. Jodern nennt das Gebiet sogar «Höchster Weinberg Europas». Heute wird Heida im gesamten Wallis angebaut und ist sehr beliebt.
Genetisch ist die Sorte identisch mit der Sorte Savagnin Blanc aus dem französischen Jura. Die Unterschiede in der Weinstilistik sind jedoch markant aufgrund des unterschiedlichen Klimas. Die Walliser nennen die Sorte auch liebevoll «Perle der Alpen», dies aufgrund ihrer kleinen und aromatischen Beeren.
Heida hat eine strohgelbe bis goldene Farbe, kann äusserst exotisch daherkommen, ist kräftig und besitz eine moderate Säure. Daher ein hervorragender Speisebegleiter.

PINOT NOIR

Pinot Noir (auch Blauburgunder oder Spätburgunder genannt) ist eine Rebsorte, welche Eleganz, Frucht, Finesse und Komplexität vereint wie kaum eine andere Sorte. Die wichtigste Anbauregion ist das Burgund. In der Schweiz ist es die meistangebaute Rotweinsorte.

Die Sorte reagiert empfindlich auf das Mikroklima und den Bodentyp, deshalb ist Pinot Noir besonders geeignet, das spezifische Terroir zu vermitteln. 

Abstammung/Herkunft

Neuere DNA-Abstammungsanalysen von der University of California und dem INRA (Institut National de la Recherche Agronomique) in Montpellier haben ergeben, dass Pinot und Gouais Blanc (Gwäss) die direkten Eltern von mindestens 21 bekannten Sorten wie Aligoté, Chardonnay, Gamay, Muscat etc. sind. Somit sind Pinot und Gouais Blanc (Gwäss) die Urahnen aller europäischen Rebsorten.

Wenn man den Stammbaum weiterführt, konnte herausgefunden werden, dass Pinot ein Elternteil ist von Savagnin Blanc (Heida). Dies erklärt auch, warum Pinot im französischen Jura Savagnin Noir genannt wurde. Aus dem Savagnin Blanc (Heida) entstand in einer weiter Generation bekannter Sorten wie Sauvignon Blanc, Sylvaner, Chenin Blanc etc. Weiter konnte nachgewiesen werden, dass die bekannten Rebsorten Lagrain und Syrah vom Pinot abstammen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass nicht weniger als 156 europäische Rebsorten von der Sorte Pinot abstammen.

Zur Wortherkunft von Pinot gibt es zwei Hypothesen. Die eine besagt, dass das Wort vom englischen Wort ‘pine’ (pigna auf Italienisch) abstammt, was auf Deutsch so viel wie ‘Pinie’ bedeutet. Denn die Zapfen von Pinien sind von der Form, ähnlich einer Pinot Noir Rispe. Die andere Erklärung ist, der Sortenname stammt von Pignols, denn es gib tatsächlich ein Dorf mit dem selben Namen in der Region Auvergne, wo seit dem Mittelalter Pinot angepflanzt wurde. 

Synonyme

Bevor der Name Pinot sich durchgesetzt hat, war die Sorte unter der alten Synonymen Morillon, Noirien und Auvernat bekannt. Die Verbindung der alten Synonyme zum Name Pinot wurde erstmals im 19. Jahrhundert in verschiedenen Schriften nachgewiesen. Und nun eine Auflistung allen bekannten Synonymen von Pinot Noir, zusammengestellt von Robinson, Harding & Vouillamoz (2012, S. 4068):

«Auvernat or Auvernas (Orléanais in northern France, Baden-Württemberg in Germany), Black Burgundy (US), Blauburgunder (Germany, Switzerland and Austria), Blauer Arbst (Baden-Württemberg), Blauer Spätburgunder (Germany, Switzerland and Austria), Bourguignon (Auvergne in France), Burgunder (Germany, Switzerland and Austria), Cerna (Republic of Moldova), Clevner or Klävner (Alsace in France, Baden-Württemberg in Germany, Steiermark/Styria in Austria, near Zürich in Switzerland), Cortaillod (Neuchâtel in Switzerland), Kék Burgundi (Hungary), Kisburgundi (Hungary), Klebroth (Baden-Württemberg), Moréote (Baden-Württemberg), Morillon or Morillon Noir or Mourillon (Burgundy in France), Noirien or Noirin (Burgundy), Orléanais (Touraine in France), Pineau Noir (Burgundy), Pino Fran and Pino Ceren (Republic of Moldova), Pinot Cernii (Russia), Pinot Liébault (Burgundy), Pinot Nero (northern Italy), Plant Doré (Champagne in France), Rulandské Modré (Slovakia), Savagnin Noir or Salvagnin Noir (Jura in France, Neuchâtel and Vaud in Switzerland), Servagnin (Vaud), Spätburgunder (Germany and Austria), Vert Doré (Champagne).»

Anbaufläche

Die Weltweite Anbaufläche von Pinot Noir betrug 2016 rund 105'408 Hektaren. Die Anbaufläche ist seit 1960 (10'375 Hektaren) stetig angestiegen. Frankreich und die USA weisen die mit Abstand grösste Anbaufläche auf. Die Schweiz ist auf Platz 7 mit 3’875 Hektaren im Jahr 2020. Damit ist Pinot Noir die meistangebaute Sorte der Schweiz. Jedoch nimmt die Anbaufläche nun seit mehreren Jahren ab - minus 73 Hektaren im Vergleich zum Vorjahr. Der Kanton mit der grössten Pinot Noir Fläche ist das Wallis. An zweiter Stelle ist der Kanton Waadt.